Bei der Nährstofflimitierung fallen der Nitrat und Phosphatgehalt nicht immer gleichmäßig. Wenn der Nitratgehalt zu schnell sinkt, der Phosphatgehalt jedoch unverändert bleibt, kann man dem Aquarium mit der Dosierung von Ammoniumchlorid oder Calciumnitrat Stickstoff erneut zuführen. Dadurch bleibt das Verhältnis zwischen Stickstoff und Phosphatphosphor in einem Bereich, der die Absenkung von Phosphat langfristig begünstigt. Es gibt zahlreiche Berichte, in denen die Herstellung solcher Lösungen beschrieben ist. Auch ist es möglich, hier mit Phosphatabsorbern zu arbeiten, wobei man die Absorberdosis nicht übertreiben sollte (manche Absorber binden Phosphat sehr effektiv).
Wenn der Phosphatgehalt gegenüber dem Nitratgehalt zu schnell sinkt, bietet sich die Herstellung einer Phosphatlösung an. Dazu löst man 7,16 g (7 g Einwaage ist auch in Ordnung) Kaliumdihydrogenphosphat (KH2PO4, Molekulargewicht 136,1 g/mol) in 1 L Osmosewasser, in der dann 5 g Phosphat enthalten sind. Um eine risikofreie Dosierung im Aquarium zu ermöglichen, muss diese Stammlösung nochmals um den Faktor 1:10 verdünnt werden, wobei man 100 mL der Stammlösung abnimmt, diese in ein neues, sauberes Gefäß überführt und 900 mL Osmosewasser dazu gibt. In dieser Gebrauchslösung sind nun nur noch 0,5 g/L Phosphat enthalten. Bei der täglichen Dosierung von 1 mL dieser Gebrauchslösung auf 100 L Nettoaquarienvolumen wird der Phosphatgehalt um 0,005 mg/L pro 100 L angehoben. Ist bei entsprechend schneller Phosphatabsenkung eine höhere
Phosphatdosis nötig, kann entsprechend die Dosierung der Phosphatlösung von 1 ml/100L erhöht werden.
Hier wird durch die Zufuhr von Phosphat eine Phosphorlimitierung verhindert, so dass bei der weiteren Wodkadosierung langfristig der Nitratgehalt gesenkt werden kann.
Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Herstellung der Phosphatlösung sehr gewissenhaft durchgeführt werden muss. Schleichen sich hier Fehler ein, kann eine zu hohe Phosphatdosierung schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.
Gerade in den besprochenen Sandbettfiltern ist die Dosierung einer Nährstofflösung die Möglichkeit der Wahl, um die Wodkamethode auch in solchen Systemen erfolgreich anzuwenden. Wenn in Sandbettfiltern z.B. der Nitratgehalt zu schnell fällt, kann die Dosierung einer Ammoniumchlorid- oder Calciumnitratlösung eine zu befürchtende Stickstofflimitierung verhindern. Teilweise sind Sandbettfilter in ihrer Nitratabbauleistung so stark, dass ohnehin mit Stickstofflösungen gearbeitet werden muss, wie das Miracle Mud Aquarium beweist. |